Veröffentlichungen

Stuttgart 21 - Fakten statt fake news

Warum Stuttgart 21 scheitern muss - die Fakten unverblümt auf einer DIN A4-Seite zum Download.

Stand: 05.01.2019

Stuttgart 21 weist schwerwiegende, fundamentale Mängel am gesamten Konzept auf:

1. Die geringere Leistungsfähigkeit

Die Grundlage der Planfeststellung für den Bahnknoten Stuttgart sind nur 32 Züge in der Hauptverkehrsstunde (heute verkehren dort 38 Züge pro Stunde in der Hauptverkehrszeit!). Mit nur 32 Zügen sind weder die 20% Verringerung des motorisierten Individualverkehrs noch die Verdopplung des Personenschienenverkehrs bis 2030 realisierbar. Im Gegenteil, die unterdimensionierte Infrastruktur ist extrem störanfällig und ohne Ausweichmöglichkeit. Jede Wartung in einer Tunnelröhre führt wegen der ungenügenden Flexibilität des Gleisvorfeldes zu einer auf weniger als ein Drittel verringerten Zugkapazität. Jede Unregelmäßigkeit bei Zügen führt dazu, dass sie Stuttgart nicht anfahren können.

2. Der ungenügende Brandschutz

Brandsachverständige sollten für den Tiefbahnhof wenigstens die Regeln des Brandschutzes für Fabrikhallen anwenden. Doch müssten bei einem Brand im Tiefbahnhof nicht nur ein paar hundert Menschen ebenerdig das Gebäude verlassen, sondern mehrere tausend Menschen müssten hunderte von Metern bis zu den Fluchttreppenräumen an den Kopfenden der Tiefhaltestelle zurücklegen und dann über die Treppen nach oben fliehen.

Für die Tunnel, die zum Tiefbahnhof führen, gibt es gar kein tragfähiges, funktionierendes Brandschutzkonzept.

3. Die Kosten und die Bauzeit

Die Bahn verschleiert auch die Kosten. Am 26.01.2018 wurden wie schon so oft die „finalen Kosten", diesmal in Höhe von 8,2 Mrd. €, angegeben. Bundesregierung, Bundesrechnungshof, die Gutachter Vieregg und Rößler sowie der Architekt Ingenhoven rechnen schon lange mit 10 Mrd. € und mehr. Dabei ist nicht einmal die letzte Erhöhung von 4,5 Mrd. € auf 6,5 Mrd. € finanziert. Zusätzlich entgleitet die Bauzeit. Man rechnet heute (9 Jahre nach Baubeginn) immer noch mit einer Bauzeit von weiteren 7 Jahren. Dabei sollte das Projekt ursprünglich nach insgesamt 9 Jahren beendet sein. Schlimmer noch: die ausufernden Kosten verhindern sinnvolle Ausbaumaßnahmen an der Peripherie von Stuttgart.

4. Der schräge Tiefbahnhof

Die Neigung des schrägen Tiefbahnhofs ist regelwidrig: Auf 400 m Länge ist das andere Ende des Bahnsteigs 6 Meter höher bzw. tiefer. Diese Neigung verhindert typische Bahnhofsleistungen wie z.B. das Wenden und das An- und Abhängen von Waggons. Sie wird immer wieder zu unbeabsichtigtem Wegrollen von Zügen führen. So wird dieses Gefälle über die gesamte Betriebszeit zu einer andauernden Gefahrenquelle für Reisende, insbesondere beim Ein- und Aussteigen. Die Bahn nimmt bewusst Gefährdungen für Leib und Leben ihrer Kunden grob fahrlässig in Kauf.

5. Der Bahnhof als Schwimmhalle?

In den Seitenwänden der unterirdischen Bahnhofshalle sind große Öffnungen eingebaut. Sie dienen dazu, den Bahnhof fluten zu können, damit der Trog bei extremer Grundwasserhöhe nicht aufschwimmen kann. Erschwerend kommt die Gefahr von Überschwemmungen durch den Staumauereffekt des Sperrriegels der nur halb unter der Erde vergrabenen Bahnhofshalle quer zur Fließrichtung des Wassers im Tal hinzu.

6. Der quellfähige Gipskeuper

Zweimal vier eingleisige Tunnelröhren münden in den schrägen Tiefbahnhof. Sie alle führen durch den quellfähigen Gipskeuper (Anhydrit). Die Bahn behauptet zwar, alles im Griff zu haben, aber im streng vertraulichen Gutachten von KPMG und Basler&Partner (27.9.2016) liest man von Risiken, dass im Betrieb bei Wasserzutritt in den Anhydrit Quellungen drohen, die Tunnelsperrungen und monatelange, hunderte Millionen schwere Sanierungen nach sich ziehen.


Schon 2013 hatte der damalige Bahnchef Grube eingestanden, was auch der jetzige Bahnchef Lutz 2018 noch einmal bekräftigte: „Mit dem Wissen von heute würde man das Projekt nicht mehr bauen". Trotzdem ist auch Lutz „finster entschlossen“, den Bau zu vollenden.

Offensichtlich sind unsere Politiker unfähig, das von den S21-Kritikern und Ingenieure22 schon vor Jahren vorhergesagte absehbare Desaster bei Stuttgart 21 für Stuttgart und die Region und für 300 000 Pendler täglich zu verhindern.

Das Alternativkonzept finden Sie auf →Umstieg 21!

Riesige Treibhausgasemissionen durch Bau und Betrieb von Stuttgart 21

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat den Münchner Verkehrsberater Karlheinz Rößler mit einer Studie beauftragt, die durch Bau und Betrieb von Stuttgart 21 verursachten Treibhausgas-Emissionen zu ermitteln. Die Studie wurde in einer Öffentlichen Veranstaltung am 30.10.2017 im Großen Saal des Stuttgarter Rathauses vorgestellt. Bei dieser Veranstaltung hielt auch der Klimaforscher Prof. Dr. Jürgen Baumüller einen Vortrag mit dem Titel „Klimawandel in Stuttgart“.

Flyer Klimaskandal S21Eine 4-seitige Zusammenfassung der Studie von Karlheinz Rößler unter Einbeziehung des Themas „Bedeutung der Treibhausgasemissionen für unsere Region“ aus dem Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Baumüller können Sie hier als PDF-Datei zum Abspeichern und Ausdrucken herunterladen:

Treibhausgasemissionen durch Stuttgart 21 (Stand vom 28.02.2018)

Tour barrierefreie Mobilität

Nachtrag: » YouTube-Video von der Tour (Dauer: ca. 5:30 min)

Matthias Gastel, der Filderstädter Bundestagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, seines Zeichens „Bahnpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN" und Mitglied des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags ist bekannt für seine Fachkompetenz und sein großes Engagement für den Ausbau und Erhalt des Schienenverkehrs.

In seinem → Newsletter für Ökologische Mobilität beschreibt er u.a. eine unlängst durchgeführte „Tour barrierefreie Mobilität“ an der auch ein sehbehindertes Mitglied der Ingenieure22 teilnahm. 

Tour barrierefreie Mobilität
Bild aus dem Newsletter von Matthias Gastel

Dazu war Herr Gastel und einem Begleiter (Hermino Katzenstein, MdL) mit 4 Menschen mit Behinderung (2 Rollstuhlfahrer und 2 Sehbehinderte) in sechs verschiedenen öffentlichen Verkehrssystemen unterwegs.

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Poster im A1-Format zum Herunterladen

Diese 5 Poster wurden anlässlich des Evangelischen Kirchentags 2015 in Stuttgart zusammengestellt vor allem um den vielen Besuchern von außerhalb Stuttgarts zu zeigen, dass Stuttgart21 nicht nur ein Bahnhof ist.

  1. Der Tunnelschrägbahnhof, kein echter Bahnhof und obendrein brandgefährlich
  2. Stuttgart21 kannibalisiert das Land
  3. Die Kostenlüge
  4. Die Leistungslüge
  5. Stuttgart21 gefährdet das Mineralwasser

Der Tunnelschrägbahnhof, kein echter Bahnhof und obendrein brandgefährlich

Für 6.800, 10.000 oder mehr Millionen € entsteht ein Bahnhof, der im Vergleich zum bestehenden Kopfbahnhof eindeutig als Rückschritt bezeichnet werden muss. Denn obwohl er nach den Vorschriften zwar ein Bahnhof ist, können außer dem Halt zum Ein- und Aussteigen im Gegensatz zu heute keinerlei bahnhofstypischen Betriebshandlungen wie Stärken, Schwächen und Wenden von Zügen durchgeführt werden, was den Präsidenten des Eisenbahnbundesamts im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags zur Aussage verleitete, dass der zukünftige Bahnhof eigentlich mehr ein Haltepunkt sei.

Der Brandschutz wurde bei den Entwürfen nicht einmal ansatzweise berücksichtigt.
A1-Poster

 

Stuttgart21 kannibalisiert das Land

Die horrenden Kosten für das Projekt Stuttgart21 verhindern oder verzögern Investitionen für weit wichtigere Infrastrukturmaßnahmen für das Schienennetz in Deutschland.

Während in Stuttgart 4.500, 6.800, 10.000 Millionen € oder mehr für einen viel zu kleinen, brandgefährlichen Bahnhof verbaut werden, fehlen diese Gelder für viel wichtigere, viel nützlichere, wirtschaftlich viel sinnvollere Ausbauten des Schienennetzes. Laut Umweltbundesamt (2010) würden 12.000 Millionen € ausreichen, die Engpässe im Güterzugverkehr in Süddeutschland zu beheben. Stuttgart 21 kannibalisiert z.B. den Ausbau Rheintalstrecke Kehl–Appenweier, den Ausbau Stuttgart–Singen (Gäubahn), die Elektrifizierung Ulm–Lindau.
A1-Poster

 

Die Kostenlüge

Die Entwicklung der Kosten für Stuttgart21 liest sich wie ein Wirtschaftskrimi. Kosten werden so lange kleingerechnet, bis die rechtlichen Hürden genommen worden sind.

Angefangen hatte es mal mit 0 DM. Das Projekt sollte sich vollständig selbst finanzieren. Von der Veräußerung des Bahngeländes des alten Kopfbahnhofs versprach man sich Einnahmen in Milliardenhöhe. Doch dann wuchsen die Kosten zu 2.500, 4.500, 6.800, 11.000 Millionen € an, ein Ende ist nicht absehbar. Wichtige Planungen sind immer noch nicht fertig (z.B. Brandschutz und Entrauchung, Filderbahnhof, Abstell- und Rangierbahnhof Untertürkheim, dazu die Risiken für Europas zweitgrößtes Mineralquellengebiet usw.). Die Finanzierung des Projektes ist heute weniger denn je gesichert.
A1-Poster

 

Die Leistungslüge

Vom Beginn der Projektüberlegungen an arbeitete man auf Seiten der S21- Befürworter mit falschen Zahlen, denn der Kopfbahnhof war bis 2012 einer der pünktlichsten Großbahnhöfe Deutschlands, mit großen Reserven auch für das nächste Jahrhundert.

Dr. Christoph Engelhardt, auf dessen Internet-Portal → wikireal.org man sich u. A. die Hintergründe der Leistungslüge bis ins kleinste erarbeiten kann, nennt die Auseinandersetzungen um die Leistungsfähigkeit des Bahnknotens Stuttgart bei der Realisierung von Stuttgart 21 »den größten Schwabenstreich aller Zeiten« oder krasser noch den »größten technisch-wissenschaftlichen Betrugsfall der deutschen Industriegeschichte.«
A1-Poster

 

Stuttgart21 gefährdet das Mineralwasser

Stuttgart besitzt Europas zweitgrößtes Mineralwasservorkommen. Viel wurde für den Erhalt dieses Schatzes getan. Doch jetzt ist er ernsthaft in Gefahr, für einen viel zu kleinen und brandgefährlichen Tunnelschrägbahnhof.

Bevor der Bau einer Infrastrukturmaßnahme genehmigt wird, muss in einer Güterabwägung festgestellt werden, ob das öffentliche Interesse daran die Schutzwürdigkeit öffentlicher und privater Güter überwiegt. Etwas ist bei der Abwägung der Güter schief gelaufen: Die Fakten für den Tiefbahnhof wurden so lange frisiert, bis sich gegenüber dem Kopfbahnhof Vorteile darstellen ließen. Diese Vorteile stehen auf tönernen Füßen, wie die Plakate hier deutlich machen.

Eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz des Mineralwassers ist die Schaffung einer Schutzzone, in der Bautätigkeiten im Quellgebiet untersagt werden, wenn sie das Mineralwasser gefährden könnten.
 A1-Poster 

 

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Stuttgart 21: Milliarden für einen Engpass!

Stuttgart 21: Milliarden für einen Engpass!  unterdimensioniert, leistungsschwach - ein Rückschritt für die Bahnkunden

Flyer (4 Seiten) - 5. Auflage vom April 2017

erstellt von von WikiReal.org

Die wundersame Leistungssteigerung

Seit 1994 heißt es, im Tiefbahnhof mit seinen 8 Gleisen können viel mehr Züge abgefertigt werden als im alten Kopfbahnhof mit seinen 17 Gleisen. In den Gutachten und Werbekampagnen wurden ganz unterschiedliche Zugzahlen präsentiert: mal 35 Züge, mal 39, mal 44, 49, 51, ja, sogar 60 und 70 Züge sollten auf den 8 Gleisen in der Spitzenstunde abgefertigt werden können. Bei unveränderter Planung wurde 2007 in Hochglanzprospekten für Stuttgart 21 sogar die doppelte Leistungsfä­ higkeit (also Kapazität) gegenüber dem bestehenden Kopfbahnhof versprochen! Die liegt aber ­ wie die Landesregierung bestätigt hat ­ heute schon bei 50 Zügen pro Stunde. Der Tiefbahnhof müsste demzufolge 100 Züge schaffen. [..]

→ Druck_Version (4 MB)
→ Web Version

Stuttgart 21: "sicherheit" wird klein geschrieben

Flyer Stuttgart 21: "sicherheit" wird klein geschrieben

(August 2013) → Flyer (PDF, 5 MB) zum Anschauen bzw. Download ...


Sicherheit wird im Tiefbahnhof von Stuttgart 21 klein geschrieben. Auf Nachfrage eines unserer Ingenieure bezüglich der im sogenannten Schlichterspruch geforderten barrierefreien Fluchtwege antwortete Bahnvorstand Kefer:

"Der Brandfall im Bahnsteigbereich ist insoweit ein besonderer Evakuierungsfall, weil dann die Nutzung von Aufzügen nicht gestattet ist." und "Wir gehen davon aus, dass Mitreisende, sowie Mitarbeiter der DB und ggf. anwesende Sicherheitskräfte die Evakuierung von Menschen mit Gehbehinderungen im Rahmen der Hilfeleistungspflicht schon in der Selbstrettungsphase unterstützen. Entsprechende Aufforderungen zur Unterstützung sind auch Bestandteil der Lautsprecherdurchsagen im Störungsfall."

Das heißt im Klartext: Gehbehinderte können sich im Brandfall im Tiefbahnhof nicht selbst retten, sondern müssten die Treppen hochgetragen werden!

Der heutige Kopfbahnhof bietet auf alle Bahnsteige ebenerdige Zugänge. Rettungswege bestehen auf allen Bahnsteigen in hinreichender Breite und ohne Treppen.

 → Flyer (PDF, 5 MB) zum Anschauen bzw. Download ...

 




Stuttgart 21 - Mängelliste / List of flaws and gaps

Stuttgart 21 - Mängelliste

Ein Arbeitspapier der Ingenieure22 mit einer Auswahl von Mängeln und Kritikpunkten
(Aktualisierte Version vom 4.7.2018)

Stuttgart 21 - Mängelliste


Stuttgart 21 – List of Flaws & Gaps

A working paper of Ingenieure22 with a selection of defects, risks and criticisms.
(release: August, 2, 2016)

Stuttgart 21 – List of Flaws & Gaps