121 Risiken von Stuttgart 21, Auswertung der Azer-Liste

Milliardenbetrug bei Stuttgart 21 zu Projektbeginn nun eindeutig belegbar

Nachdem jetzt (Nov 2015) auf Grund des Gerichtsverfahrens des Aktionsbündnisses gegen die Deutsche Bahn vor dem Verwaltungsgericht Berlin die gesamte Liste der Chancen und Risiken von der Deutschen Bahn auf ihrer Internetseite veröffentlicht wurde, können auch wir unsere Schätzungen von damals allgemein zugänglich ins Netz stellen, um zu zeigen, wie damals betrogen wurde, um Stuttgart 21 nicht zu gefährden.

Am 25.März 2011 stellte der damalige Oberbauleiter des Projekts Stuttgart21, Hany Azer, eine Liste mit 120 Risiken und einer Chance einem hochrangigen Gremium der Deutschen Bahn vor. Offenbar drohten Zusatzkosten in Milliardenhöhe, nachdem man zunächst den Gesamtwertumfang um mindestens 850 Millionen Euro heruntergerechnet hatte, um die Hürde der Unkündbarkeit der Verträge (31.12.2009) zu nehmen.

Einem Journalisten des 'STERN' wurde seinerzeit die hoch geheime Liste zugespielt, er veröffentlichte zusammen mit einem Artikel im Stern einen Auszug der Liste im April/Mai 2011. Schon damals war von drohenden Mehrkosten in Höhe von 2 Milliarden Euro die Rede.

Anfang 2013, vor der legendären Aufsichtsratssitzung der DB im März 2013, bei der der Kostendeckel um zwei Milliarden angehoben wurde, konnten die Ingenieure22 mit diesem Auszug nur spekulieren, um wie viel höher der Kostendeckel allein auf Grund der 120 Risiken sein würde, erst im Laufe des Jahres 2013 war es einem von uns möglich, alle Risiken einzusehen und eine Gesamtkostenschätzung zu machen.

Daraus entstand die "Bewertete Liste der 121 Chancen und Risiken". Die Grafik zeigt das Auf und Ab der Kosten bis in die heutige Zeit und die zum jeweiligen Zeitpunkt anstehenden Entscheidungsprozesse.

Da unsere Daten in einer Tabellenkalkulation (Excel) abgelegt sind, können wir spezielle Auswertungen nach bestimmten Filtergrundsätzen schnell und unkompliziert machen.
Wer diesbezüglich einen Wunsch hat, einfach eine E-Mail an uns senden: Kontakt

Am Mittwoch, den 23.10.2013 gaben die Ingenieure22 zusammen mit Eisenhart von Loeper, dem Vertreter des Bürgerbegehrens Storno21 eine Pressekonferenz.
Thema war die Bewertung der bisher von der Bahn geheim gehaltenen Liste der 121 „Chancen und Risiken“ für das Projekt Stuttgart21 aus dem Jahre 2011.

Dies war dann auch das Thema der <a href="index.php/reden/51-rede-von-wolfgang-kuebart-und-hans-heydemann-121-risiken-von-stuttgart-21-auf-der-195-montagsdemo-am-28-okt-2013">Rede zur 195. Montagsdemo: "121 Risiken von Stuttgart 21" von Wolfgang Kuebart und Hans Heydemann.

Geheime Azer-Liste mit 121 Risiken des Bahnprojekts S21 ausgewertet

Wir haben die uns vorliegende Liste ausgewertet und unsere Schlussfolgerungen bekannt gemacht. Nach unserer  Auffassung ist es nun Aufgabe der Bahn, Transparenz herzustellen, d.h. die Liste zu veröffentlichen, und dazu Stellung zu nehmen.

Weitere Informationen:

Stuttgarter Zeitung 2.10.2013: Kritiker werfen der Bahn Vertuschung vor

Viele Probleme sind der Bahn bereits seit März 2011 bekannt:
Die vorliegenden Liste offenbart den Kosten-Betrug der Bahn vor der Volksabstimmung am 27. November 2011, wußte die Bahn ausweislich dieser bislang vor der Öffentlichkeit verborgen gehaltenen Liste doch bereits im März 2011, also 8 Monate vor der VA, daß es zu den erst ein Jahr später, im Dezember 2012, zugegebenen Kosten-Überschreitungen um mehr als 2,3 Milliarden € kommen werde!
Dennoch hatte die Bahn im Vorfeld der VA stets beteuert, der vertraglich vereinbarte „Kostendeckel“ von 4,526 Milliarden € werde nicht überschritten; er enthalte gar noch eine Reserve von 395 Mio. €!
Hingegen hatte die im Auftrage des MVI von der Märkischen Revision im Herbst 2011 durchgeführte Kosten-Überprüfung der von der Bahn vorgelegten Zahlen zum Ergebnis, dass der von der Bahn behauptete Risikopuffer bereits zum damaligen Zeitpunkt aufgezehrt gewesen sei. Die von der Bahn zurückgehaltenen Kostensteigerungen durch die 121 Risiken sind darin noch gar nicht berücksichtigt gewesen!
Wären diese von der Bahn damals arglistig verschwiegenen Mehrkosten des S-21-Vorhabens von über 2,3 Milliarden € vor der Volksabstimmung bekannt gewesen, wäre diese anders ausgegangen!